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Es kommt schon vor, dass keine wissenschaftlichen Erkenntnisse bei einer Triathlon Sitzposition helfen.

Roland Haslbauer kam am 24.09.2008 zu mir um seine Sitzposition endlich schmerzfrei fahren zu können.

Er hat viel an seiner Sitzposition ausprobiert.

Für mich ist es immer ein großes Anliegen, die Aerodynamik nicht so schnell zu verschenken. Es stellte sich heraus, dass Roland nicht der Norm einer Sitzposition entspricht.

Natürlich sind die sieben Punkte für eine optimale Sitzposition das wichtigste für mich. Aber es kam ganz anders. Seine Proportionen für eine Sitzposition konnten mit einem Computerprogramm(Formeln) nicht eingestellt werden.

Ich mache jetzt eine Videoanlyse und Fotos mit den Sitzpositionen.

Das Foto von der ersten Sitzposition

Das Video von der ersten Sitzposition

Das Foto von der zweiten Sitzposition

Video von der zweiten Sitzposition

Die zweite Sitzposition geht jetzt auf die Erkenntnisreise. Es kam aber anders als wir dachten.

Roland hielt mit mir Rücksprache. Die Beinarbeit ist super, aber der Oberkörper und Satteldruck machen noch Probleme. Bevor es wieder zu einer Korrektur kommt, wollte ich noch einen neuen Sattel aufbauen lassen. Roland ist 233 km von mir entfernt, deshalb montierte und besorgte er sich den Sattel bei ihm zuhause.

Da er mit dem alten Sattel nicht mehr weiter nach vorne kam, musste er einen neuen kaufen. Der neue Sattel ist dann gut zu fahren, wenn die Möglichkeit besteht mit der Knieachse 2 bis 3 cm nach vorne zu kommen. Roland bräuchte ein 78° Zeitfahrrad, aber sein Zeitfahrrad hat nur 76°.

Der neue Sattel wurde aufgebaut, und damit waren seine Sitzprobleme beendet. Jetzt wollte ich nur mehr seinen Oberkörper anpassen.

Foto von der dritten Sitzposition

Video dritten Sitzposition

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Bei der dritten Sitzposition wurde total auf die sieben Punkte für eine optimale Sitzposition geachtet. Es kommt schon vor, dass die Aerodynamik nicht immer gefahren wird, wobei man immer bedenken muss, dass nach dem Radfahren noch das Laufen kommt.

Vorher und Nachherfoto von der ersten und dritten Sitzposition

Ein E-Mail von Roland an mich.

Erfahrungen seiner Sitzposition.

Roland Haslbauer
Amateur Triathlet aus Oberweis OÖ
Verein: Tri & Bike Ohlsdorf

Das liebste Spielzeug des Triathleten ist das Rad. Man ist ständig am Tüfteln, feilt an der Sitzposition und ist im Glauben, dass man sich auskennt. Das mag auch sein, aber nur so lange, bis man Raimund und seine 7-Punkte-Sitzpositionsphilosophie kennen lernt.
So geschehen bei mir letzten Herbst.
Ich war mit meiner Position nur bedingt zufrieden. Nacken- und Rückenschmerzen stellten sich nach längerer Fahrt in der Aeroposition ein, und außerdem war ich mir sicher, dass man mit einer besseren Sitzposition mehr rausholen kann.
Über Umwege erfuhr ich von einem Guru, der, beheimatet in Feldbach in der Steiermark, wahre Wunder vollbringen soll.
Ich versuchte sofort einen Termin bei ihm zu bekommen und tatsächlich – er hatte Zeit für mich.

24. September 2008: am Bahnhof in Feldbach war Treffpunkt. Danach ging es zu einem Haus, wo im Keller rasch alles Notwendige zum Korrigieren der bisherigen Sitzposition hergerichtet wurde. Raimund erkannte schon nach wenigen Umdrehungen meine Probleme.
3,5 Stunden später sah mein Rad völlig anders aus, meine Schuhe hatten Einlagen und ich wusste – ich hab mich nie ausgekannt und kenn mich jetzt noch weniger aus als zuvor. Aber, so erklärte mir Raimund, auf der Reise, auf die wir uns jetzt gemeinsam begeben, werde ich zu verstehen beginnen.
Das mit dem Verstehen hat noch ein wenig gedauert.

25. September bis Ende Oktober: Auf Grund des herrlichen Herbstwetters konnte ich noch einige 100 Testkilometer absolvieren. Erster Eindruck – sensationell, speziell bei leichten und auch schweren Steigungen. Die kann man jetzt tatsächlich in der Zeitfahrposition durchfahren. Noch sensationeller, nach dem Radfahren waren die Laufmuskel kaum beansprucht. Genial.
Trotzdem waren Raimund und ich in ständigem Kontakt, weil ich Probleme im Schulterbereich hatte. Der Oberkörper wollte immer nach vorne schieben. X Telefonate und daraus resultierende Änderungen im mm-Bereich brachten Besserung, aber noch nicht die vollkommene Lösung.
Raimunds erste Diagnose wurde immer augenscheinlicher. Der Rahmen am Oberrohr ist zu lang. Super – Rad erst gekauft und billig war's auch nicht. Wie gesagt, ich dachte ich kenn mich aus.
OK, wir bringen das hin, meinte Raimund. Als erstes muss ein neuer Sattel her. Einer, auf dem man noch weiter nach vorne kommt. Der ISM racing saddle. Umgehend wurde das Internet durchforstet und ich bin in England fündig geworden. Schon 3 Tage später war der Sattel auf meinem Rad montiert. Erster Eindruck. Super. Aber es schiebt noch immer ein wenig nach vorne.
Aber das mit dem Verstehen, worauf Raimund hinaus will, das wird besser.

November – Ende Jänner: Winterpause. Einige Fahrten am Rollentrainer. Problem besteht weiterhin. Ein zweiter Termin musste her.

31. Jänner 2009: Zusammen mit Jürgen Pfeifer, auch ein Zeitreisender im Raumschiff Raimund, fuhr ich wieder in die Steiermark. Diesmal nach Wildon. Raimund hat ein neues Domizil.
Wie schon beim ersten Mal sah Raimund nach wenigen Pedalumdrehungen mein Problem. Schuheinlagen wurden zugeschnitten, Pedalplatten verstellt, Sattel verrückt, Vorbau justiert, Pads umgedreht, Pads erhöht. Es wurde getüftelt, geflucht, überlegt, diskutiert, geschraubt, geändert, verstellt und immer wieder getestet und von Raimund immer wieder erklärt, warum er was tut. Teilweise versteh ich jetzt auch schon was er meint – es wird immer besser.
Aber wir haben es gemeinsam an diesem Nachmittag geschafft, die Position erneut zu optimieren. Ich fühlte mich wohl am Rad, vor allem in der Zeitfahrposition.

Februar 2009: Der Winter lässt leider noch kein Fahren in freier Natur zu, also muss ich mich damit begnügen auf der Rolle zu trainieren. Stundenlang. Die Position taugt mir bis auf ein kleines Manko. Ich bekam nach einiger Zeit Schmerzen im rechten Knie.
Raimund angerufen und um Rat gefragt – Rat bekommen und verstanden. Sattel 2 mm ("aber ja nicht mehr") herausnehmen war die Antwort. Und siehe da, die Knieschmerzen sind weg.
Jetzt schaut's aus, als ob wir den Sitzpositionsstein der Weisen gefunden hätten. Bin schon gespannt, wie es sich dann draußen anfühlt.
Ich glaube wir sind noch nicht ganz am Ende der Reise angelangt, aber das Ziel ist schon sehr, sehr nahe.
Und ich verstehe jetzt auch, was Raimund sagt. Aber auskennen tu ich mich nicht :-)). 

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