Markus Strini auf Rang 11 beim IRONMAN St. George
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Neben Michi Weiss war in St. George auch Markus Strini als zweiter
Österreicher am Start. Strini berichtet über seinen IRONMAN.
Das Highlight
war ganz klar der Sieg von Michi Weiss beim IRONMAN St. George. Als zweiter
Österreicher kam Markus Strini auf Rang 11 in das Ziel. Er berichtet über seinen
Wettkampf:
Da ich jede Menge Zeit hier verbrachte die Bedingungen zu
studieren wusste ich, egal wie es vom Wetter her kommt, es wird ein ganz
schweres Rennen. Alleine schon durch die Topographie die sicherlich zu den
härtesten im Ironmanzirkus gehört. Im speziellen der Marathon.
Jetzt stellt
Euch mal folgende Situation vor, 6 Uhr Morgens, glasklarer noch dunkler Himmel,
tausende Menschen, alle gekleidet als würden Sie auf einen Schneebedeckten Berg
steigen und eine Lufttemperatur von 10!! Grad Celsius. Dazu kam später noch
zünftiger böiger Wind aus Nordwest- mitten aus den Schneebedeckten
Dreitausendern hier.
Vor Euch ein traumhaft schöner ruhiger See, der jedoch
alles andere als bei diesen Verhältnissen zum Schwimmen einlut- satte 14°C!!!
warm, vergleichbar mit einem Gebirgssee. (Temperaturangaben vom
Veranstalter!)
Ich verbrachte viel Zeit die Wetterkarten in den letzten Tagen
zu studieren und es war gut so. In meinen ersten Wechselzonensack nach dem
Schwimmen kam daher ein Handtuch zum abtrocknen, ein langes hautenges
Funktionslaiberl und ein kurzes Top zum drüberziehen und es war gut so, ich
hätte den Tag sonst nicht überstanden.
Ich erfuhr im Ziel das es um die 50
Rennaufgaben schon beim Schwimmen gab und einige auf Unterkühlung behandelt
werden mussten. Ich selbst habe noch nie so ein Schwimmen erlebt und trotzdem
hielt sich mein Rückstand (Endzeit 59 Minuten) mit 8min auf die Spitze in
Grenzen und das bei einem langsamen Schwimmrennen- no na.
Dafür blutete ich
dann und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mein altes Kinderleiden, ein
Kälteasthma schlug voll zu. Trotzt der warmen Bekleidung kam ich von einem
Hustenanfall in den Nächsten. Ich spukte dann sogar Blut, das ich normal nur von
ganz harten Einheiten im Winter bei uns kenne. Es machte mir die ersten 3
Stunden am Rad sehr zu schaffen und verging erst allmählich als die Wärme der
Sonne gegen Mittag sich durchsetzte.
Was solls, ich habe trotzdem versucht
solide Rad zu fahren und war vielleicht ein bisschen zu vorsichtig. Der
Ironmansieger Jozsef Major machte es sich das ganze Radrennen über bei mir am
Hinterrad gemütlich und so hatte ich das Gefühl die Pace ist hart genug. Ich
hatte auch immer gute Beine was oft auch ein Zeichen ist das es zu locker ist.
Da ich aber keinen Betreuer hatte und im Rennen kein Wendepunkt war, war es
schwer abzuschätzen wo ich stehe. Ich wollte noch Luft für den schweren Marathon
lassen. Schließlich machte ich doch gut 20 Plätze bei den Pros am Rad gut und
hatte das Gefühl um Platz 10 herum zu sein, es war der 16.
Der Marathon war
wie gesagt sicherlich der Schwerste den ich bisher in einem Ironmanrennen hatte
und war zufrieden stellend. Ich kämpfte und wollte auf jeden Fall noch unter die
Top 10, geworden ist es der 11 Rang. Das bestätigt wieder meine Erfahrung. Das
was man vorher versucht zu sparen kann man nachher nicht mehr gut machen, man
muss einfach von Anfang an volles Risiko gehen.
Die Härte des Rennens kostete
auch einige prominente Ausfallsopfer wie z.B. den Australier Luke Bell, Matt
Lieto und Paul Amey, nur um einige zu nennen.
War ich letztes Jahr noch sehr
unzufrieden bei den Rennen in Lake Placid und Wisconsin so sage ich heute im
Anbetracht des Rennverlaufes es war kein schlechtes Rennen, obwohl ich am
gesetzten Ziel natürlich deutlich vorbeigeschrammt bin.
Trotzdem war es ein
sehr frühes Rennen in der Saison, das außer ordentlich groß und stark besetzt
war. So stimmt es mich doch für den Ironman Kärnten, der als nächstes am
Programm steht, zuversichtlich.
Nun noch ein paar Worte zu unserem
österreichischen Überflieger. Seit über 2 Jahren kündigt der Niederösterreicher
Michael Weiss mit seinen Erfolgen an, dass er ein ganz Großer werden kann. Heute
hat er das eindrucksvoll bewiesen. Gegen seine Performance war heute kein Kraut
gewachsen und ich muss mich wirklich vor dieser Vorstellung verneigen.
Er
gewann wie schon anfangs erwähnt in eindrucksvoller Weise heute diesen Ironman
und hat damit in der Szene gewaltig aufhorchen lassen.
Sportlich kann ich zu
dieser Leistung einfach nur gratulieren.
Wollte ich einst selbst das
Kunststück vollbringen, so kann ich heute wenigstens sagen, ich war
dabei.
Für die österreichische Triathlonszene kann das nur eine belebende
Auswirkungen haben.
Ich selbst reise morgen ab und werde noch 2 Tage in Las
Vegas verweilen. Dort werde ich versuchen das nicht gewonnene Preisgeld anders
wertig zu beschaffen.
Quelle: Markus Strini
Sitzposition Markus Strini 2010

