Schriftgröße: A  A  A

Triathlon die richtige Grundeinstellung für Lang und Kurzdistanz.

Die richtige Sitzposition

Wie findet man eine perfekte Sitzposition auf dem Rad? Welche Grundregeln sind dabei zu beachten? Ich versuche, eine Antwort zu geben. Da es für Rennradfahrer bereits genügend Anleitungen gibt, beschränke ich mich auf die Sitzposition von Triathleten.

Die Grundeinstellung für Triathleten auf der Langdistanz

Das wichtigste Kriterium auf langen Strecken ist der korrekte Hüftwinkel. Er sollte 90° betragen. So finden Sie Ihren Hüftwinkel: Ziehen Sie eine Linie vom Fußballen (Pedal unten) zur Hüftgelenkspfanne. Von dort ziehen Sie eine zweite Linie zum Schultergelenk. Beide Linien sollen einen Winkel von 90° einschliessen. Dieser Winkel ist ein Erfahrungswert. Viele Profis finden diesen Winkel von selbst heraus. Will man gleichzeitig eine tiefe Lenkerposition fahren, muss der Sattel nach vorne Richtung Tretlager wandern, da sonst der Hüftwinkel zu spitz wird.

 

Tipp für die Langstrecke:
Entscheidend für eine gute Kraftenfaltung ist eine kurze, kompakte Haltung, also ein recht kurzer Vorbau. Beobachten Sie den Abstand zwischen Knie und Ellbogen, während Sie treten. Dieser Abstand sollte möglichst klein sein. Ideal sind etwa 3 cm in Ihrer längeren Armhaltung und etwa 1 cm, wenn Sie Ihren Aerolenker in der kürzeren Position fassen. Kurze Vorbauten bis 90 mm gibt es von vielen Herstellern, ein 75 mm kurzes Modell ist z.B. von Syntace erhältlich.

Beginnen Sie mit der Einstellung des Sattels

Positionieren Sie zunächst den Sattel so, dass er einen Sitzrohrwinkel von 76° repräsentiert. Stellen Sie danach den Lenker so ein, dass die beiden oben beschriebenen 90° Winkel zustande kommen. Bitte beachten Sie, dass (anders als bei den kurzen Zeitfahren im Radsport mit mehr als 50 km/h) Komfort und Kraftentfaltung Vorrang hat vor Aerodynamik. Im Radsport verschenkt man gerne 3% Pedalkraft durch eine radikale Sitzposition, wenn dadurch die Aerodynamik um 5% besser wird. Hier wird also der Aerodynamik Priorität eingeräumt. Im Triathlon auf der Langdistanz darf dieses Prinzip nicht angewendet werden. Stellen Sie Ihre Sitzposition in jedem Fall so ein, dass Sie möglichst viel Druck auf das Pedal bekommen. Dies wird mit Hüftwinkeln um 90° erreicht.

 

Die Grundeinstellung für Triathleten auf der Kurzdistanz

Ausgehend von der Grundeinstellung lassen sich nun Verbesserungen für Kurzdistanztriathleten vornehmen. Grundsätzlich ist dies eine individuell sehr unterschiedliche Sache. Was für den einen gut ist, kann für einen anderen schlecht sein. Gleichwohl kann man für bestimmte Fahrertypen oder Wettkampfstrecken Gemeinsamkeiten feststellen. Diese werde ich hier kurz vorstellen.

Triathlon Sprint- und Kurzdistanz, Windschattenverbot:
Hier werden die "schärfsten" Haltungen gefahren. Also Sattel weiter nach vorne, bis der Sitzrohrwinkel 77° bis 79° beträgt. Lenker soweit absenken, bis der Hüftwinkel 90° bis 85° beträgt. Das ist eine sehr tiefe, aerodynamische Haltung.

Triathlon Kurzdistanz, Windschattenfahren:
Wer ein guter Schwimmer ist und auf den Rad vor allem in seinem Radpulk überleben will, braucht eine moderat aerodynamsiche Haltung. Die optimale Kraftentfaltung steht im Vordergrund, um Tempoverschärfungen an Hügeln und kurzen Rampen zu überstehen. Der Sitzwinkel sollte in der Nähe von 74° liegen, der Hüftwinkel beträgt 90° in der Bremsgriffhaltung.
Wer schlechter schwimmt und auf dem Rad die Initiative ergreifen muß, wählt einen Sitzwinkel von 75° bis 76° und einen Hüftwinkel von 85° in der Aeroposition.

Quelle: www.carbonsports.de

Kommentieren gesperrt