Von Jud Matthias erlebt - Die 7 Punkte für eine optimale Sitzposition und mein Motto
Ein Erfahrungsschreiben von einen Rennfahrer:Ich habe hier meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Hinblick auf die optimale Sitzposition am Fahrrad zusammengetragen.
Leider: sind die Probleme/Beschwerden viel zu vielschichtig und individuell um konkrete Tipps zu geben, aber nachstehend erfährst du, wie ich mein Problem gemeistert habe.
Die Vorgeschichte: Eigentlich hatte ich schon länger Sitzprobleme am Fahrrad, genauer gesagt seit 1999. Aber da sich die Beschwerden lediglich auf notorische Verspannungen, insbesonders am rechten Oberschenkel, beschränkten, habe ich mir noch keine allzu großen Gedanken gemacht.
Außerdem: konnte mir damals niemand sagen, wo die Ursache liegt. So bin ich eben die Saisonen 99 und 00 mit den Beschwerden gefahren - nichtwissend welchen Schaden ich dabei nehmen würde!
Einleitung: Als ich dann im Winter 00/01 den Trainingsumfang steigerte (erstes Elite Jahr), sind die Beschwerden dauerhafter und vor allem stärker geworden. Hierauf beschloss ich, endlich aktiv etwas zu unternehmen, also der Ursache auf den Grund zu gehen.
Von einigen Kollegen habe ich gehört, dass sich ein Hr. Pucher aus Oberweißenbach intensiv mit der Ergonomie/Sitzposition am Fahrrad beschäftigt und das mit großem Erfolg.
Sogar einige Profis wie Fasching Wolfgang, Summer Jochen, Knapp Andreas, Zeller Valentin, Knopf Michael und andere soll er erfolgreich betreut haben.
Sofort war mir klar - wenn er mir nicht helfen kann, dann wohl kaum jemand! Ich nahm mir so schnell wie möglich einen Termin, genauer gesagt es war der 5.6.01.
Nach vorheriger telefonischer Anmeldung, bin ich an dem besagten Tag vor seinem Geschäft in Oberweißenbach gestanden, im Gepäck das Fahrrad und die Radbekleidung.
Die erste Vermessung: Aus der Ecke seines Radgeschäftes holte Hr. Pucher einen selbstgebauten Ergometer hervor, an dem wirklich jeder Längenparameter verstellt werden kann - angefangen von der Sitzstrebe bis hin zum Steuerwinkel.
Die bisherigen Maße wurden auf den Ergometer übertragen und los ging es! Mit wissenschaftlichen Blick, den Hr. Pucher sich von mittlerweile über 800 Vermessungen erworben hat, musterte er mich, während ich mit unterschiedlichen Widerständen auf dem Ergometer radelte.
Zwar habe ich mir von der ersten Vermessung nicht viel erwartet, aber ich wurde eines besseren belehrt. Einerseits waren die Beschwerden verschwunden und andererseits hatte ich das Gefühl erstmals rund zu treten. Und das nach 5 Stunden am Ergometer!
Hr. Pucher fügte aber nach getaner Arbeit hinzu, dass ich auch für den Oberkörper Kräftigungsübungen machen solle, da die Wirbelsäule an gewissen Stellen versteift war.
So ging es weiter: Ich konnte nun gute 2-3 Monate ohne Beschwerden dahinfahren. Jedoch habe ich den Rat von Hr. Pucher in den Wind geschlagen, auch für den Oberkörper etwas zu tun.
Natürlich kam es, wie es kommen mußte. Die Beschwerden sind teilweise zurückgekommen bzw. neue hinzugekommen. Dies bedeutete eine "Nachjustierung" am Rad - ein ähnliches Prozedere wie oben beschrieben, nur nicht so langwierig, da die Grundsteine schon beim erstem Mal gelegt wurden.
Nach nur 10 Monaten bin ich nun am Ende der Sitzpositionsoptimierung. Nur deshalb, weil Hr. Pucher meinte, dass er schon viel schlimmere Fälle gehabt hat und es bis zu 3 Jahren gedauert hat, dass sich der Körper jener Personen in die für ihn richtige Position bringt. Mittlerweile, nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit mit Hr. Pucher, habe ich meine optimale Sitzposition gefunden.
Ich hätte mir am Anfang nie gedacht, dass ich je einmal so am Rad sitzen werde können und vor allem ohne jegliche Beschwerden. Selbst lange/intensive Ausfahrten machen keine Probleme mehr. Zusätzliche Maßnahmen: Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, hat Hr. Pucher schon beim ersten Mal "ausmessen" erkannt, dass die Wirbelsäule an einigen Stellen versteift ist.
Außerdem ist die noralgische Verspannung an der rechten Hüfte nie ganz verschwunden. Somit habe ich mich einer fachärztlichen Untersuchung unterzogen, und mir wurde im September 2001 eine Physiotherapie in Verbindung mit Massagen verordnet. Im Rahmen der Physiotherapie wurde mir u.a. erklärt, warum besonders der Bauchmuskel (!!) beim Radfahren eine so wichtige Aufgabe erfüllt.
Er stabilisiert nämlich das Gesäß auf dem Sattel und gleichzeitig den Lendenwirbelbereich. Zudem habe ich gelernt, dass man besonders nach sportlicher Betätigung dehnen soll, um die Muskulatur zu lockern und Muskelverkürzungen verzubeugen, die auch in Muskelverklebungen oder -verhärtungen verursachen können.
Außerdem mobilisiere ich regelmäßig meine Wirbelsäule mit einer Multi-Function-Disc von MFT, und das Ergebniss kann sich sehen lassen - ein viel runderer Rücken am Rad und vor allem ein beschwerdefreies Radeln!
